Linden – eine wahnsinnige Geschichte – Teil 2: Ein Wappen wird gebraucht

Lindener Wappen

Lindener Wappen

Für den Schwalenberger endete es aber schon nach geraumer Zeit. Denn der verlor den noch unbesiedelten Ort an seinen Würfel-Kameraden Graf von Roden.
„Ein Ort der auf sich hält, braucht ein Wappen“, meinte der Neubesitzer. Er hatte sich schon einen Löwen und die Farben blau und weiß entwerfen lassen, fügte entschlossen einen Lindenbaum hinzu und fertig war der Lack.
Die ersten Bürger kamen zögerlich und sie siedelten nicht an der Ihme, weil man da in jedem Frühjahr einen feuchten Hintern bekommt, wenn die Uferzone infolge Hochwasser „Landunter“ meldet. Und in echt ist der exakte Punkt 09°42’24“,83 geografischer Länge und 52°21′ 49“,83 geografischer Breite direkt am Fuß des Lindener Berges, wo selbst mittlere Sturmfluten ausgeschlossen sind. Außerdem war dieser Punkt weit genug entfernt von unsicheren Handelsstraßen, wo neben Warenverkehr auch kriminelle Wegelagerei und Beutelschneiderei angesagt war. Zudem barg seine nähere Umgebung beträchtliche Bodenschätze, die für Lindens Zukunft noch bedeutend werden sollten: Kies, Sand, Lehm, Ton, Schiefer, Kalk- und Sandstein, Kalisalz. Im einzelnen wurde das nicht gleich erkannt, denn die Handvoll Neubürger der neuen Gemeinde Linden waren Bauern. Linden hatte sein Wappen und startete nun durch als Bauerndorf.

Aus dem Buch „Linden – Eine wahnsinnige Geschichte“ des kürzlich verstorbenen Autors Hans-Jörg Hennecke

Das Buch, ein Klassiker, ist leider auch in der zweiten Auflage vergriffen.

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